Am 20. Sep­tem­ber wol­len die hof­fent­lich bald ver­bo­tene NPD und andere Mit­glie­der der rech­ten Szene ein­mal mehr vor dem Thü­rin­ger Land­tag für ihre ver­meint­lich alter­na­tive Poli­tik demons­trie­ren. Also vor dem Lan­des­par­la­ment, in dem die NPD zum Glück nicht ver­tre­ten ist. Unter dem Motto „Deut­sche Kin­der groß und klein sol­len unsere Zukunft sein“ behaup­ten die Nazis, der demo­gra­fi­sche Wan­del sei „kein Natur­ge­setz“. Nein, das ist es wirk­lich nicht. Viel­mehr ist das, was gemein­hin unter demo­gra­fi­schen Wan­del bekannt ist, ein typi­sches Phä­no­men für Indus­trie- bzw. Dienst­leis­tungs­ge­sell­schaf­ten. Mit phy­si­ka­li­schen Geset­zen hat das soviel zu tun, wie die Dumpf­ba­cken von der NPD mit Demo­kra­tie. Dass Nazis dum­mes Zeug erzäh­len ist nichts Neues. Auf­fal­lend ist aber, dass die NPD und ihre Anhän­ger­schaft mit dem 20. Sep­tem­ber, ihre Stra­te­gie fort­set­zen, Fei­er­tage umzu­deu­ten und für ihre men­schen­ver­ach­tende Ideo­lo­gie zu missbrauchen.

An die­sem Datum wird in die­sem Jahr der Welt­kin­der­tag began­gen, der laut deut­schem Kin­der­hilfs­werk, dem Schutz von Kin­der­rech­ten und der Freund­schaft unter Kin­dern und Jugend­li­chen über natio­nal­staat­li­che Gren­zen hin­weg gewid­met ist. Die Nazis miss­brau­chen die­sen Tag, indem sie vor­ge­ben alter­na­tive kin­der­freund­li­che Poli­tik­an­ge­bote zu machen. Allein die Wort­wahl „Deut­sche Kin­der…“ offen­bart dabei aber die ras­sis­ti­sche Moti­va­tion, die im dia­me­tra­len Gegen­satz zu die­sen Zie­len steht. Die NPD betrach­tet Kin­der als Mit­tel zum Erhalt einer Volks­ge­mein­schaft und damit zur Gewähr­leis­tung ihrer absur­den Ideo­lo­gie des rei­nen Blu­tes. Danach sind Kin­der keine Indi­vi­duen, son­dern viel­mehr erwächst ihr Wert aus der Zuge­hö­rig­keit zu einer „völ­ki­schen Gemein­schaft“. Es gehört aber zum Recht eines jeden Kin­des, seine Per­sön­lich­keit frei zu ent­fal­ten und nicht gezwun­gen zu sein, sich in ein völ­ki­sches Kol­lek­tiv ein­zu­ord­nen. Mit popu­lis­ti­schen For­de­run­gen zum Asyl­recht wird kon­ser­va­ti­ves Stamm­tisch­kli­en­tel bedient und das Besin­nen auf das völ­kisch Deut­sche wird als All­heil­mit­tel für alle poli­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen verkauft.

Die Ant­wort auf den demo­gra­fi­schen Wan­del kann keine Rück­be­sin­nung auf das über­holte natio­nal­staat­li­che Kon­strukt, des ver­meint­lich rein­blü­ti­gen deut­schen Vol­kes sein! Viel­mehr muss dem demo­gra­fi­schen Wan­del mit der Über­win­dung des Sel­bi­gen begeg­net wer­den. Es ist nicht nur eine Frage der Gerech­tig­keit, dass Men­schen, die nicht das Glück hat­ten, in einem  wohl­ha­ben­den Land gebo­ren zu sein, ihren Lebens­mit­tel­punkt frei wäh­len dür­fen, son­dern es ist auch die Frage, ob wir Kin­dern das Recht auf Indi­vi­dua­li­tät in einer freien Gesell­schaft zuge­ste­hen. Ein deut­sches Volk, wie es die Nazis pro­pa­gie­ren, behin­dert die Ent­ste­hung einer sol­chen Gesell­schaft und muss des­we­gen über­wun­den werden.

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