Die Juso-Hochschulgruppen Thüringen zeigen sich in höchstem Maße verärgert über den aktuellen Verhandlungsstand zwischen der Konferenz Thüringer Studierendenschaften (KTS) und Schienenpersonalverkehr (SPNV). „Die Forderungen des SPNV an die Thüringer Studierenden sind schlicht maßlos“, so Landeskoordinator Benjamin Weiss.

„Forderungen bis zu einer Preissteigerung von 73% können nicht nur das Studium von vielen Studierenden erschweren oder gar verhindern, sondern gefährden den Studienstandort Thüringen.“ So hängt die Attraktivität Thüringens für Studierende massiv von der Mobilität im Freistaat ab: „Viele Studierende pendeln im Studium zwischen den Universitätsstädten. Die Mobilität zwischen diesen Standorten ist eine große Stärke Thüringens. Derart überhöhte finanzielle Forderungen, die im schlimmsten Fall das Thoska-Modell gefährden, sind absolut verantwortungslos“.

Oleg Shevchenko, Landesvorsitzender der Jusos Thüringen und selbst Student an der FSU Jena, pflichtet den Hochschulgruppen bei: „Gerade vor dem Hintergrund des immer noch fehlenden Tickets für Schüler, Freiwilligendienstleistende und Auszubildende ist der Vorschlag ein fatales Signal. Die Forderungen des SPNV untergraben die erfolgreichen Thüringer Semestertickets massiv und könnten, sollte der SPNV seine Vorstellungen auch nur in ähnlicher Weise durchsetzen können, einen echten Rückschritt in Sachen Mobilität in Thüringen bedeuten.“

Die Bahn als wesentlicher Akteur im SPNV habe weiterhin als sich im Besitz der öffentlichen Hand befindendes Unternehmen eine gesellschaftliche Aufgabe wahrzunehmen: „Insbesondere die Forderung nach der Abschaffung des Solidarmodells ist nicht zuletzt vor diesem Hintergrund strikt abzulehnen“, so Landeskoordinator Tristan Kreuziger. Dieses Modell stellt sicher, dass die stärkeren Thüringer Standorte zugunsten der kleineren Hochschulen mehr für das Semesterticket zahlen. Dies sei angesichts der besseren Anbindung in Erfurt, Jena und Weimar auch absolut gerechtfertigt, so Kreuziger weiter. „Die KTS hat mit ihrem Angebot einer Preissteigerung von 9,4% für die Semestertickets aller Hochschulen dem SPNV ein mehr als faires Angebot gemacht. Wir fordern daher die SPNV dazu auf, dieses Angebot anzunehmen und sich nicht länger auf derart abstruse Forderungen zu versteifen.“