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#5 Rezension für Dich und Mich
Buchrezension zu „Mind the Gap: The Truth about Desire and how to Futureproof Your Sex Life” von Dr. Karen Gurney
von Annemarie Papenburg, stellv. Landesvorsitzende der Jusos Thüringen
Kichern in der Klasse, Penis-Witze und Lehrkräfte, die um ihre Haltung ringen –
was für Erinnerungen hast du an den Sexualkundeunterricht in deiner Schule?
Hast du gelernt, dass Sex zwischen einer Frau und einem Mann stattfindet und
„Kinder kriegen“ zum Ziel hat? Wurde Sex als etwas Positives dargestellt, oder
sprach dein Umfeld davon, dass Sex und Masturbation „schmutzig“ oder gar
„sündhaft“ sind?
Wie unser frühes Umfeld mit dem Thema Sexualität umgeht, prägt unser
Verständnis von Sex. Es erscheint schwer, realistische Erwartungen an den
eigenen und an fremde Körper stellen zu können, wenn unsere einzigen
Berührungspunkte ein lückenhafter Sexualkundeunterricht und konventionelle
Pornos sind. Wie lässt sich das ändern?
Diese Frage hat sich auch die Autorin und Psychosexologin Dr. Karen Gurney
gestellt, welche in ihrer Praxis tagtäglich Personen und Paare antrifft, welche mit
ihrem Sexleben unzufrieden sind. In ihrem Buch „Mind the Gap: The Truth about
Desire and how to Futureproof Your Sex Life” geht sie den Ursprüngen unseres
Sexualverständnisses auf den Grund und räumt mit bekannten Vorurteilen auf. Ihr
Fokus liegt dabei auf der weiblichen Sexualität (was das Buch für männliche
Personen nicht weniger interessant macht).
Was ihr nicht in diesem Buch finden werdet, sind Masturbations-Tipps oder
Empfehlungen für Stellungen. Stattdessen gibt euch Dr. Karen Gurney eine
Anleitung zur Auseinandersetzung mit genau den Werten und Normen, welche
euch im Laufe eures Lebens zum Thema „Sexualität“ vermittelt wurden. Für
Menschen, die Bock auf diese Auseinandersetzung haben und denen Namen wie
Masters und Johnson oder Kinsey noch kein genauer Begriff sind, ist dieses Buch
der perfekte Einstieg in die Welt der Sexualwissenschaften.