Wir, eine 10-köp­fige Frau­en­de­le­ga­tion der Jusos, haben uns Mitte Mai auf den Weg nach Israel und in die paläs­ti­nen­si­schen Gebiete bege­ben. Ziel der Dele­ga­ti­ons­reise war es, einen Ein­druck von der dor­ti­gen Situa­tion von Frauen und gleich­stel­lungs­po­li­ti­schen Debat­ten zu erhal­ten, und uns mit unse­ren befreun­de­ten Jugend­or­ga­ni­sa­tio­nen zum Thema Femi­nis­mus auszutauschen.

Wäh­rend der ers­ten Tage in Jeru­sa­lem, lern­ten wir im Willy Brandt-Cen­ter Sahar Vardi ken­nen, eine israe­li­sche Akti­vis­tin, die uns von ihrer Zeit als Kriegs­dienst­ver­wei­ge­rin erzählte und uns einen Ein­blick in das Zusam­men­spiel von Mili­tär und Patri­ar­chat in der israe­li­schen Gesell­schaft gewährte.

Ein High­light war für uns der Besuch des israe­li­schen Par­la­ments, der Knes­set. Nach einer Tour durch das Gebäude lern­ten wir Laura Tali­novsky, Mit­ar­bei­te­rin der Vor­sit­zen­den von Labour, den Vor­sit­zen­den von Young Meretz und eine Ver­tre­te­rin der Labour Youth ken­nen. Ergänzt wur­den diese Debat­ten von der Vor­sit­zen­den von Labour Jeru­sa­lem, Esti Kirschmeier, mit der wir uns über die Schwie­rig­kei­ten jun­ger Poli­ti­ke­rin­nen in Israel und Deutsch­land aus­tau­schen konnten.

Einen beson­de­ren Ein­druck hin­ter­ließ Laura Whar­ton, die sich als Stadt­ab­ge­ord­nete in Jeru­sa­lem gegen die von ultra-ortho­do­xen Grup­pen gefor­derte Geschlech­ter­tren­nung in Bus­sen ein­setzt. Ins­be­son­dere bil­dete die Frage nach der Trenn­li­nie zwi­schen Reli­gi­ons­frei­heit auf der einen und den Gleich­heits­rech­ten aller auf der ande­ren Seite einen Kern­be­stand­teil unse­rer Dis­kus­sion. Auch auf paläs­ti­nen­si­scher Seite war es für uns wich­tig, den Dia­log mit unse­rer Part­ner­or­ga­ni­sa­tion Shabee­bath Fatah zu suchen. In Ramal­lah dis­ku­tie­ren wir im Rah­men eines World­ca­fes mit Ver­tre­te­rin­nen u.a. über die Situa­tion von Frauen auf dem Arbeits­markt und in der Politik.

Emo­tio­nal bewe­gend war ein Besuch im paläs­ti­nen­si­schen Hebron. Dort tra­fen wir am Markt eine Akti­vis­tin, die eine Frau­en­ko­ope­ra­tive gegrün­det hat.

Bei unse­ren Gesprä­chen und Tref­fen mit Akti­vis­tIn­nen wurde immer wie­der deut­lich, dass sich Frauen in Israel, Paläs­tina und Deutsch­land teil­weise mit ähn­li­chen Pro­ble­men kon­fron­tiert sehen – von unglei­cher Bezah­lung bis hin zu gesell­schaft­li­chen Rol­len­zu­schrei­bun­gen, die sie in ihrer Per­sön­lich­keits­ent­fal­tung ein­schrän­ken. Es war erstaun­lich zu sehen, wie sehr  sich die Wün­sche, Ängste und die Wut jun­ger Frauen in drei Kul­tur­krei­sen glei­chen, die so oft als voll­kom­men unter­schied­lich dar­ge­stellt wer­den. Wir hof­fen, dass wir die Kon­takte zu den Ver­tre­te­rIn­nen unse­rer befreun­de­ten Orga­ni­sa­tio­nen auch über diese Reise hin­aus auf­recht erhal­ten und uns auch in Zukunft über Fra­gen des Femi­nis­mus aus­tau­schen können.

Von Hanaa El Idrissi, Saskia Sche­ler und Marie-Luise Stallecker

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