IMG_4929Hallo Gut­men­schen.

Zunächst ein­mal freue ich mich ja gene­rell immer, wenn Femi­nis­tin­nen und Femi­nis­ten einen sol­chen gro­ßen Zustrom haben wie in den letz­ten 1 ½ Wochen. Ich gestehe ja jedem das Recht zu falsch lie­gen und sich zu irren, wie die WELT Autorin Ronja von Rönne, die der Femi­nis­mus 2015 noch Zitat „ANEKELTE“, nun aber ganz andere Töne anschlägt. Bei allem, was gerade so der­art falsch läuft, ist das viel­leicht die ein­zig gute Ent­wick­lung in der Debatte.

Selbst in der nun schein­bar größ­ten Frau­en­rechts­par­tei, der CDU, gibt es ein umden­ken, was zum Bei­spiel die Ver­schär­fung des Straf­rechts bei sexu­el­ler Gewalt angeht. Im übri­gen liegt schon seit Mitte Juli ein Gesetz­ent­wurf zur Reform des soge­nann­ten „Ver­ge­wal­ti­gungs­pa­ra­gra­phen“ vor, der von der SPD ein­ge­reicht und vom Kanz­ler­amt seit dem gestoppt wurde. Darin geht es um die Ver­bes­se­rung des Schut­zes der sexu­el­len Selbst­be­stim­mung und darum, dass Straf­bar­keits­lü­cken bei sexu­el­ler Gewalt gegen Frauen geschlos­sen wer­den. „NEIN bedeu­tet Nein!“ Die CDU hat ihr Veto ein­ge­legt, man sähe kei­nen Reform­be­darf! Da müs­sen wir uns doch alle fra­gen: Warum den­ken wir erst jetzt dar­über nach, Täter här­ter zu bestra­fen, jetzt wo von Tätern nicht-deut­scher Her­kunft spre­chen, sahen aber bis Ende 2015 kei­nen Reform­be­darf? Dabei wäre es sinn­voll vor der gefühlt zehn­ten Asyl­rechts­ver­schär­fung über bes­se­ren Opfer­schutz und Straf­bar­keit von Sexu­al­de­lik­ten zu sprechen.

Aber schein­bar sind die Opfer sexu­el­ler Gewalt voll­kom­men unin­ter­es­sant für die­je­ni­gen, die sich jetzt plötz­lich für sexu­elle Gewalt inter­es­sie­ren. Ich spre­che gerade von den­je­ni­gen, die einem sonst mit „STELL-DICH-NICHT-SO-AN“ begeg­nen. Es ist so unglaub­lich selbst­ent­lar­vend, wenn genau diese Men­schen sich um die Belange von Frauen sor­gen, diese jedoch ein­zig für ihre frem­den­feind­li­chen Inter­es­sen instru­men­ta­li­sie­ren. Hier wer­den Frauen wie­der benutzt. Kom­men­tar­los, unge­fragt und selbst­ver­ständ­lich. Selbst­er­nannte Frau­en­recht­ler und Frau­en­recht­le­rin­nen bedie­nen sich an den Opfern wie es ihnen gerade in den Kram passt.

Und immer wie­der wie­der davon gespro­chen jetzt die­je­ni­gen zu bestra­fen, die „ihr Gast­recht“ miss­brau­chen. Ich will hier nur am Rande erwäh­nen, dass das Asyl­recht kein Gast­recht, son­dern ein Grund­recht ist. Geflüch­tete Men­schen kom­men nicht mal eben auf einen Kaf­fee und Kuchen nach Deutsch­land, weil es in unse­rer gesell­schaft­li­chen Stube so nett und behag­lich ist. Sie flie­hen, weil ihnen keine andere Wahl bleibt.

Ich ver­stehe an die­ser Debatte nicht, warum jetzt dar­über gespro­chen wird das Straf­recht nur für diese Gruppe zu ver­schär­fen. Warum spre­chen wir wie­der zuerst dar­über die Abschie­be­pra­xis zu ver­schär­fen und nicht dar­über das Sexu­al­straf­recht für alle Men­schen hier zu refor­mie­ren, so wie es mal der Geset­zes­vor­schlag der SPD vor­ge­se­hen hat?

Hier wird eine gesamte Gruppe zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen, die ledig­lich der Fakt eint, dass sie keine deut­sche Staats­bür­ger­schaft haben.

Unser Rechts­staat funk­tio­niert Gott sei Dank nicht mit kol­lek­ti­ver Schuld. Jeder Mensch wird auf­grund sei­ner Taten indi­vi­du­ell zur Rechen­schaft gezo­gen. Mei­ner Mei­nung nach gehört die­ser Grund­satz zu dem Ver­ständ­nis von Wer­ten und Nor­men an die sich ja „neu­er­dings“ JEDER hal­ten sollte. Als wäre das nicht selbst­ver­ständ­lich, dass sich jeder an Recht und Gesetz hal­ten muss, ist es ja drin­gend not­wen­dig über­all zu beto­nen, dass AUCH Geflüch­tete sich daran hal­ten müss­ten. Als hätte irgend­wann mal irgend­wer irgend­was ande­res behauptet.

Gut dann hal­tet euch an unsere Grund­werte, ach­tet die Men­schen­würde und nehmt keine Men­schen in Sip­pen­haft. Genau gegen die­sen Vor­wurf wehrt sich doch ganz Deutsch­land seit 1945 – wir sind nicht alles Nazis. Das höre ich heut­zu­tage an jeder Ecke. Sätze wie „Ich will nicht mit den Nazis in einen Topf gewor­fen wer­den, nur weil ich deutsch bin.“ Und da ant­worte ich „Nein du wirst nicht mit den Nazis in einen Topf gewor­fen, weil du deutsch bist, son­dern, weil du den glei­chen ras­sis­ti­schen Mist von dir gibst wie sie.“ Trotz­dem behaupte ich nicht, dass deut­sche Men­schen gene­rell Nazis sind, weil ich nie­man­den in Sip­pen­haft nehme. Das ist ein Unterschied!

Noch einen Schluss­satz. Ja ich bin blond und meine Ver­tei­di­gungs­stra­te­gie beschränkt sich im Zwei­fel auf die Flucht. Und trotz­dem: Ich habe keine Angst und ich lasse mir auch keine Angst ein­re­den. Eine Arm­länge abstand halte ich trotz­dem – zu denen da drü­ben. Zu Höcke, Brand­ner, Muh­sal und co. Denn deren Anhän­ger sind es, die Men­schen mit ande­rer Mei­nung und beson­ders Femi­nis­tin­nen Ver­ge­wal­ti­gung und Tod wün­schen. Auf euren Femi­nis­mus kann ich dan­kend ver­zich­ten. Für euch gibt es eine Arm­länge abstand – und mei­nen Mit­tel­fin­ger noch oben drauf.

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