greiz13aVor wem haben die Men­schen eigent­lich Angst? Diese Frage stellte sich mir, als ich am ver­gan­ge­nen Sams­tag mit vie­len ande­ren Jungsozialist_innen an einer Demo teil­nahm, die sich für die Asylbewerber_innen und ihrer bes­se­ren Unter­brin­gung in Greiz einsetzte.

Mehr als 400 Teilnehmer_innen haben die Organisator_innen mobi­li­siert. Erfreu­lich dabei: unter die Demonstrant_innen misch­ten sich auch mehr Grei­zer Bürger_innen als bei ver­gan­ge­nen Ver­an­stal­tun­gen und setz­ten ein Zei­chen gegen Ras­sis­mus und Men­schen­feind­lich­keit. Bei Leibe soll hier jedoch nichts schön gere­det wer­den. Dass Ein­hei­mi­sche den rechts­po­pu­lis­ti­schen Paro­len so genann­ter „besorg­ter Bür­ger“, hin­ter denen sich alt- und stadt­be­kannte NPD-Gesich­ter ver­ste­cken, erlie­gen, stimmt nach­denk­lich und wirft immer wie­der die selbe Frage auf. Vor wem oder was haben die Men­schen eigent­lich Angst? Die Flücht­linge, die nach Europa flie­hen, tun dies nicht aus purer Lan­ge­weile, son­dern weil sie auf Grund ihrer Welt­an­schau­ung, ihres Glau­bens, wegen Krie­gen oder auch auf Grund ihrer wirt­schaft­li­chen Situa­tion flie­hen muss­ten. Müs­sen wir davor Angst haben? Nein. Wir soll­ten mit offe­nen Armen diese Men­schen will­kom­men hei­ßen und ihre Kul­tur, die sie mit­brin­gen, als Berei­che­rung unse­rer eige­nen Gesell­schaft ver­ste­hen – nicht als Bedro­hung vor Überfremdung.

Dazu brau­chen wir eine Will­kom­mens­kul­tur, die ihren Namen auch ver­dient und unter der sich Poli­tik mit den Flücht­lin­gen ohne Bedin­gun­gen soli­da­ri­siert gegen braune Umtriebe und die diese Soli­da­ri­täts­be­kun­dun­gen nicht als schnö­den Demo-Tou­ris­mus ver­un­glimpft. Ein gutes Bei­spiel für gelebte poli­ti­sche Soli­da­ri­tät ist Greiz‘ Bür­ger­meis­ter Gerd Grü­ner – ein schlech­tes Bei­spiel für eben diese ist hin­läng­lich bekannt.

Diese Will­kom­mens­kul­tur kann jedoch nur eine gelin­gende sein, wenn es uns glückt, bei unse­ren Mit­men­schen gesell­schaft­li­che Vor­ur­teile abzu­bauen und zu ver­deut­li­chen, dass Inte­gra­tion ein bei­der­sei­ti­ger Pro­zess ist.

Sven Schrade

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