Es gibt Momente, in denen weiß man nicht, ob man Weinen oder lachen soll. Es sind Momente, wie ein vermeintlich entspannter Fernsehabend mit „Hart aber Fair“. Inmitten solcher Formate sitzen Männer wie Ex BDI-Chef Rogowski, die es sich partout nicht vorstellen können, eine Frau als Chefin zu haben.

Es stellt sich hier die Frage, soll man lachen ob der Verzweiflung, dass es immer noch Holzköpfe gibt, die augenscheinlich noch in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts leben oder lieber weinen?

Eine Versteifung auf diese beiden Pole ist – wie so oft – nicht die richtige Antwort. In einem solchen Fall ist Wut die angebrachtere Einstellung, da sie mit beiden Gefühlslagen vereinbar ist und somit den goldenen Mittelweg zeichnet. Man fragt sich nun aber, wo ist die Wut? Die Wut darüber, dass es auch in den nächsten fünf Jahren Wirtschaftsunternehmen freiwillig überlassen bleibt, ihre Frauenquoten in Vorständen zu erhöhen? Eigentlich sollte schon die Reflektion der Vergangenheit Wut entfachen, weil die beschriebene Zukunft eben schon in den letzten Jahren Gang und Gäbe war und nur Ernüchterung zutage gefördert hat. Noch immer sitzen in den 30 DAX-Unternehmen nur zwei Frauen im Vorstand und auch mit Pomp angekündigte Aufsichtsratsquoten, beispielsweise der Telekom, führten bisher zu keiner spürbaren Besserung.

Dabei betonen die Unternehmen und ihre männlich dominierten Vorstände immer wieder, wie wichtig ihnen die Frauen seien. In solchen Momenten schwadroniert man darüber, dass die Beteiligung von Frauen in Führungsgremien sich in bare Münze transformieren lässt. Bei diesen Gedanken bleibt es aber, wie die Vergangenheit beweist und – aller Wahrscheinlichkeit nach – die Zukunft zeigen wird.

Wenn nun also nicht allein der Gedanke zur Veränderung taugt, dann bedarf es anderer Lösungen. Es bedarf Lösungen, welche die oben beschriebene Wut aufgreifen, die in der Lage sind, fühlbar zu machen, wie verfahren die Situation offenbar ist, wenn selbst gesteigerte Gewinne und Imagepolituren Unternehmensvorstände nicht zum Umdenken bewegen. Das Mittel der Wahl wären daher gesetzliche Frauenquoten. Die Reflektion der Historie kann kein „weiter so“ provozieren, sondern muss aktives Umdenken zu Folge haben – dafür braucht es auf der einen Seite einen gesellschaftlichen Wandel, um Holzköpfe wie Rogowski in die Schranken zu weisen, es braucht aber auch politischen Willen, um eine bessere Zukunft zu erreichen, eine Zukunft, die nicht nur die Fortsetzung der trostlosen Vergangenheit ist.