Anlässlich des Tages der Arbeit am 1. Mai zeigen sich die Jusos Thüringen verwundert über die aktuelle Debatte um die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre, wie es jüngst von der Jungen Union und dem Bundesfinanzminister gefordert worden ist.

„Wir lehnen den Vorschlag der Jungen Union und des Finanzministers kategorisch ab. Es ist nicht nachvollziehbar, mit welcher Vehemenz und Realitätsferne die Junge Union die Rente mit 70 fordert. Sie versucht hier, auf perfide Art die junge gegen die ältere Generation auszuspielen. Wir haben in Deutschland aber keinen Generationenkonflikt zwischen jung und alt. Wir haben einen Verteilungskonflikt zwischen oben und unten“, ist die Vorsitzende der Jusos Thüringen, Saskia Scheler, überzeugt.

„Die Forderung eines erhöhten Renteneintrittsalters mit 70 geht nicht nur an der Lebensrealität vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorbei, es verschleiert auch das eigentliche Problem der Altersarmut. Wenn wir Altersarmut wirksam verhindern wollen, brauchen wir eine Mindestrente, damit Menschen, die gearbeitet haben, nicht in die Grundsicherung fallen. Sie wird ebenso wie der Mindestlohn vor allem die Menschen im Osten betreffen, da sich das im Bundesvergleich niedrige Lohnniveau im Alter doppelt als niedrige Rente niederschlägt“, so Scheler weiter.

Gleichzeitig braucht es nach Ansicht der Jungsozialist*innen eine Debatte um die Angemessenheit der Beitragsbemessungsgrenze und der Bundeszuschüsse. Juso-Chefin Scheler hierzu: „Wenn wir mehr Rentengerechtigkeit erreichen wollen, müssen wir auch über die Finanzierungsquellen sprechen, insbesondere der Bundeszuschüsse. Wir werden hier als Jusos in unser Forderung nach der Wiedereinführung der Vermögenssteuer nicht locker lassen.“

Zum 1. Mai rufen die Jusos Thüringen alle Menschen in Thüringen auf, sich an den Veranstaltungen des DGB zu beteiligen. „Der DGB und die in ihm organisierten Einzelgewerkschaften sind verlässliche Partner für gute Ausbildung und Arbeit. Unterstützt die Kundgebungen des DGB und setzt generationenübergreifend ein Zeichen für gute Arbeit und Löhne. Von guter Bezahlung und sicheren Beschäftigungsverhältnissen profitieren sowohl junge als auch ältere Arbeitnehmer*innen. Damit können wir auch die Debatte um das Renteneintrittsalter mit 70 überflüssig machen!“, ruft Scheler abschließend auf.