Mit erneuter Bestürzung nehmen die Jusos Thüringen die Äußerungen des Landesvorsitzenden der Jungen Union Thüringen, Stefan Gruhner, in einem Interview mit der Thüringer Allgemeinen am 18.10.2010 zur Kenntnis. Gruhner hatte erneut bekräftigt, dass Minarette nicht höher sein dürften als Kirchtürme und sich außerdem für ein Punktesystem für potentielle Einwanderer ausgesprochen.

Diana Lehmann, Landesvorsitzende der Jusos Thüringen, kritisiert: „Offensichtlich hat Herr Gruhner nicht verstanden, dass Integration keine Frage der Beliebigkeit ist. Mit seiner einseitig islamfeindlichen Haltung diffamiert er willentlich einen großen Teil in Deutschland lebender Menschen. Bei einer solchen Haltung liegt ein Übertritt zu den Republikanern nahe.“

Daneben kritisieren die Jusos Thüringen das vorgeschlagene Punktesystem für Einwanderer als menschenverachtend. Es ist nicht akzeptabel, Menschen nach ihrem wirtschaftlichen Nutzen zu beurteilen. Diana Lehmann dazu: „Das Problem ist eher, dass in Deutschland viele hochqualifizierte Migranten leben, deren Abschlüsse nicht anerkannt werden. An genau dieser Stelle gibt es erheblichen Nachbesserungsbedarf.“

Die Jusos fordern, dass Thüringen das Einwanderungsland Nummer 1 wird. Diana Lehmann abschließend: „Mit der Einführung der Thüringer Gemeinschaftsschule und dem neuen KiTa-Gesetz hat die SPD die richtigen Signale für die Integration von Migranten gesetzt. Um das Ziel eines Einwanderungslandes Thüringen zu erreichen, müssen wir Migranten jederzeit das Gefühl geben, willkommen zu sein. Bei der Betrachtung der aktuellen Integrationsdebatte zeigt sich aber, dass wir davon noch weit entfernt sind.“