Auch in diesem Jahr finden im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks am 17.11. einzelne Aktionen in Thüringen statt. Der Juso-Landesvorsitzende Markus Giebe erklärt dazu: „Dank SPD-Regierungsbeteiligung können wir hinter viele Forderungen des Bildungsstreikbündnisses einen Haken machen. Gemeinschaftsschule, mehr Mitbestimmung in Schulen und die Abschaffung des Verwaltungskostenbeitrags sind in Thüringen Realität.“

Noch 2009 demonstrierten tausende Schüler, Studenten und Mitarbeiter der Thüringer Hochschulen für mehr Bildungsgerechtigkeit und eine bessere finanzielle Ausstattung ihrer Bildungseinrichtungen.

Bei allen Erfolgen sehen die Jusos Thüringen aber weiterhin Handlungsbedarf, um die Qualität des Thüringer Bildungssystems weiter zu steigern. Der SPD-Nachwuchs betrachtet mit Kritik, dass Thüringen derzeit hauptsächlich für andere Bundesländer Lehrer ausbildet obwohl auch hier ein Lehrermangel bereits absehbar ist.

„Wir dürfen uns nicht nur an Personalstatistiken orientieren sondern müssen die Realität in Schulen zur Kenntnis nehmen. Eine große Anzahl an Lehrern, die in den nächsten Jahren aus dem Schuldienst ausscheidet und neue pädagogische Konzepte erfordern auch neues Personal“, fordert Markus Giebe einen größeren Einstellungskorridor für Lehrer von Bildungsminister Christoph Matschie und Finanzminister Wolfgang Voß ein. Bestrebungen wie in Jena, die Personalhoheit über die Lehrerschaft zu erlangen, belegen aus Sicht der Jusos die Notwendigkeit für ein Umdenken in der Einstellungspolitik des Landes.

„Politik wird für junge Menschen unglaubwürdig, wenn ständig vom drohenden Fachkräftemangel gesprochen wird und gleichzeitig die Jobperspektive für junge Akademiker gleich null ist“, zeigt sich Markus Giebe besorgt um die Attraktivität des Studien- und Lebensstandortes Thüringen.

Die Jusos werden sich morgen an Aktionen und Infoständen auf dem Campus der Friedrich-Schiller-Universität Jena beteiligen und u.a. für die Aufnahme einer Zivilklausel in das Thüringer Hochschulgesetz werben.