Unsere Projekte

Projekt „Kapital und Arbeit“

Mit dem Projekt „Kapital und Arbeit“ setzen wir die Verteilungsfrage auf die politische Agenda. Der Armutsbericht des Paritätischen für Thüringen von 2017 zeigt deutlich auf, dass fast jede*r Fünfte Thüringer*in von Armut bedroht ist. Wir brauchen eine echte Umverteilung. Deshalb fordern wir einen gerechten Spitzensteuersatz, eine höhere Erbschaftsteuer und eine Vermögenssteuer. Kapitalerträge müssen endlich mindestens genauso besteuert werden, wie Lohnarbeit. Für eine echte Chancengleichheit brauchen wir zudem Investitionen in soziale Projekte, die dem Rotstift der Kommunen aufgrund des Sparzwangs zum Opfer gefallen sind.

Zusammen mit den DGB-Gewerkschaften machen wir uns für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen stark. Thüringen hat die höchste Leiharbeitsquote in der Bundesrepublik. Für viele Menschen bedeutet das niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen, fehlende Integration in soziale Netze und eingeschränkte Möglichkeiten betrieblicher Mitbestimmung. Leiharbeiter*innen sollen endlich nicht nur den gleichen Lohn bekommen, sondern aufgrund der unsicheren Arbeitsbedingungen fordern wir auch eine Flexibilitätszulage von mindestens 10%. Tarifflucht und Union Busting nehmen auch in Thüringen zu. Gemeinsam wollen wir Instrumente erarbeiten, die die Betriebsräte besser schützen können. Auch der Zugang zum Arbeitsmarkt für alle Geflüchteten muss endlich ermöglicht werden.

Die Ausbildung muss dringend aufgewertet werden. Deshalb wollen wir, dass die Ausbildungsgarantie ihren Weg in das Gesetz findet. Um eine gute Ausbildung zu ermöglichen ist auch eine angemessene Ausbildungsvergütung wichtig. Insbesondere im Osten der Republik sind in vielen Branchen die Vergütungen dramatisch gering. Deshalb fordern wir die Umsetzung der Mindestausbildungsvergütung auf dem Niveau des Bafög-Höchstsatzes.

Es ist höchste Zeit für eine Care-Revolution! Noch immer wird die Hauptlast der alltäglichen Reproduktionsarbeit auf Frauen* abgewälzt und das unbezahlt und so für den Arbeitsmarkt unsichtbar. Auch die Aufteilung „typischer“ Männer* und Frauen*berufe folgt der patriarchalen Logik, die etwa Pflege-, Reinigungs-, oder Erziehungsberufe Frauen* zuschreibt und systematisch abwertet. Das führt zu einer doppelten Diskriminierung und geht oft mit niedrigeren Löhnen, prekäreren Beschäftigungsverhältnissen und damit auch deutlich niedrigeren Rentenansprüchen einher. Wir wollen die Hierachisierung von Reproduktions- und Produktionsarbeit beenden, die wohlfahrtsstaatlichen Rahmenbedingungen anpassen und die familiären Sorgestrukturen gleichberechtigt gestalten.

Wir denken, dass eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich längst überfällig ist. Wenn es auf der einen Seite zu einer Verdichtung der Arbeit mit Folgen der Überanstrengung der Arbeitnehmer*innen kommt, aber auf der anderen Seite Menschen keine Arbeit finden, brauchen wir eine Diskussion über eine Umverteilung der Arbeitszeit.

Ansprechpartner*innen: Sarah George, Vincent Ackermann, Marc Emmerich, Sophia Othmer


Projekt Gerechte Bildungspolitik“

Aufstieg durch Bildung – das war und bleibt das Versprechen der Arbeiter*innenbewegung.
Sozialdemokratische Bildungspolitik kennzeichnet den Gedanken, dass jede*r unabhängig vom
Einkommen der Eltern, von physischen oder geistigen Beeinträchtigungen, von der Herkunft, vom
Wohnort, vom Geschlecht, oder von der sexuellen Orientierung die gleichen Chancen hat. Von diesem Ziel sind wir weiterhin weit entfernt. Wir fordern deshalb ein gebührenfreies und flächendeckendes Bildungsangebot von der Kita bis zur Hochschule. Gerechte Bildungspolitik heißt für uns konkret Schluss zu machen mit maroden Schulen! Ein Investitionsprogramm für die baulichen Maßnahmen muss her. Wir fordern moderne Kitas, Schulen und Hochschulen. Dabei lehnen wir Investitionen durch öffentlich-partnerschaftliche Projekte entschieden ab.

Wir kämpfen für mehr Mitbestimmung von der KiTa an: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollen ihre Lernorte mitgestalten können.

Gemeinsam mit der Juso-Schüler*innen-Gruppe und den Juso-Hochschulgruppen in Thüringen wollen wir Veranstaltungen, wie z.B. Workshops, zu einer gerechten, sozialistischen Bildungspolitik
durchführen.

Ansprechpartner*innen: Franziska Frölich, Bastian Volkmann, Marian Stuchell


Projekt „Solidarische Gesellschaft“

Das Projekt „Solidarische Gesellschaft“ spricht eine zentrale Frage unserer politischen Agenda an: Die vielschichtige Frage nach dem guten Leben in einer gerechten Gesellschaft. Gerechtigkeit, Selbstbestimmung, Mobilität und Teilhabe, Menschen- und Asylrecht, Feminismus als lila Querschnittsaufgabe, der ständige Kampf gegen Rechts und vieles mehr gehören für uns dazu.

Wir glauben fest daran, dass mehr Mitbestimmung im Betrieb, soziale, kulturelle – und Bildungseinrichtungen längst überfällig sind. Aus diesem Grund möchten wir alle Lebensbereiche demokratisieren. Ein selbstbestimmtes Leben ist für uns eine Frage der Gerechtigkeit. In einer kapitalistischen Welt hängt der Grad der Selbstbestimmung extrem vom Einkommen und vom Vermögen jeder und jedes Einzelnen ab. Aber umfangreiche Selbstbestimmung darf nicht nur den Vermögenden zustehen, deshalb ist eine Umverteilung unabdingbar.
Zur Selbstbestimmung gehört auch das Recht auf Drogenkonsum. In der Vergangenheit haben wir uns bereits für die Legalisierung von Cannabis ausgesprochen, weil wir der festen Überzeugung sind, dass die Drogenpolitik eines massiven Rechtes auf Selbstbestimmung bedarf. Neben dem Legalisierungsgedanken fordern wir aber auch ein soziales Netz.

Für uns ist Mobilität ein sehr hohes Gut. Deshalb setzen wir uns für einen fahrscheinlosen ÖPNV ein. Auf dem Weg dahin bleibt ein flächendeckendes Azubi-Ticket in Thüringen ein wichtiges und konkretes Ziel. Wir wollen uns mit dem schnellen Breitbandausbau auseinandersetzen und diskutieren, wie allen der Zugang zu Kultur, sozialen Einrichtungen, Freizeitangeboten oder Einkaufsmöglichkeiten sichergestellt werden kann.

Die Asylrechtsverschärfungen und –einschränken halten wir für einen fatalen Fehler. „Sichere Herkunftsstaaten“ oder eine „Residenzpflicht light“ sind politische Antworten, die mit unseren Werten nicht vereinbar sind. Für uns ist und bleibt das Asylrecht ein Menschenrecht. Wir betrachten die laufende Debatte um ein Einwanderungsgesetz kritisch. Zwar sind wir überzeugt, dass wir ein solches benötigen, jedoch können wir die Ideen, die Zuwanderung nach Leistungs- und Verwertungskriterien zu regeln, nicht unterstützen. Stattdessen wollen wir unsere eigenen humanen Vorstellungen weiterentwickeln und in die Debatte einbringen.

Thüringen ist das Bundesland des NSU, der Rechtsrockkonzerte und Nazi-Aufmärsche. Immer wieder belegen Studien wie der Thüringenmonitor, dass eine große Zahl der Thüringer*ìnnen meint, Thüringen sei im gefährlichen Maße überfremdet. Für uns ist klar: Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Auch die Diskriminierung von Frauen* ist im 21. Jahrhundert noch nicht beseitigt. Als feministischer Richtungsverband betrachten wir feministische Themen nicht als Randthema sondern als lila Faden, der sich durch unsere Arbeit und alle Politikbereiche zieht.

Ansprechpartner*innen: Romy Arnold, Maximilian Schröter