1. Quartal 2016

Newsletter vom 7. April 2016

Liebe Jungsozialist*innen,

die Ergebnisse der Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt haben noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig unser gemeinsames Engagement gegen nationalistische, menschenverachtende Denkmuster ist. Keine Mitgliedschaft in keinem Parlament adelt rechten Populismus. Warme Worte und fleißiges Mitstimmen sind kein Garant für einen Gesinnungswechsel.

Es ist keine Überraschung, dass das Parteiprogramm der AfD auf dem Rücken sozial benachteiligter und abgehängter Menschen eine völkische und neoliberale Politik vorantreiben will. Das war auch unter Bernd Lucke nicht anders. Die AfD schürt von Anfang an die Ängste unserer Mitmenschen, verstärkt und instrumentalisiert die soziale Spaltung für die Auslebung höchst individueller Großmachtfantasien. Die Politik der AfD ist für den Sozialstaat eine Katastrophe. Von ihr führt kein Weg in die Sozialdemokratie.

In Zeiten gesellschaftlicher Entsolidarisierung müssen wir uns wieder daran erinnern, dass wir eine Antwort auf die steigende soziale Ungleichheit, auf Flexibilisierung und Prekarisierung brauchen, eine Antwort, die nicht auf leere Schuldzuweisungen hinausläuft und die auch nicht mit dem Finger auf Menschen zeigt, denen es noch schlechter geht. Im Gegenteil: Die soziale Frage ist keine Frage von Einzelnen, von Anderen oder von Fremden. Die soziale Frage ist eine Frage der internationalen Solidarität. Erst wenn wir erkennen, dass wir über alle Grenzen dieser Welt hinweg zusammenhalten müssen, damit hier und überall Menschen ein gelingendes Leben führen können, sind wir auf dem richtigen Weg.

Ich freue mich, diesen Weg mit Dir gemeinsam zu gehen!

Deine Saskia

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Was bisher geschah …

Anfang Januar wurde Katharina Klaus für die Betreuung der Frauen*netzwerkstelle in den Landesvorstand kooptiert. Sie ist eure Ansprechpartnerin für alle Frauen* im Verband und für die Themen Feminismus und Sexismus. Wir freuen uns besonders auf die geplanten Frauen*tage zur Vernetzung und die Ladies* Nights in den Kreisverbänden. Die Termine dafür werden jeweils langfristig bekannt gegeben.

Mit dem Auftaktwandern vom 15.-17. Januar im Naturfreundehaus sind wir frisch erholt ins neue Jahr gestartet. Nach unserer traditionellen Wanderung im Thüringer Wald konnten wir in einem Workshop lernen, wie man rassistischen Argumentationsmustern gezielt entgegentritt, befassten wir uns mit dem Ausbildungsreport 2015 und überlegten uns die Teilhabegesellschaft von morgen. In der Verbandsdebatte sprachen wir mit Diana Lehmann darüber, wie die SPD wieder eine starke linke Kraft werden kann. Zudem haben wir uns sehr über Philip Schweizers praktische Einführung in die Geschichte der Arbeiter*innenlieder gefreut.

Um unseren Neumitgliedern die Möglichkeit zu geben, etwas über unsere Strukturen zu erfahren und in Kontakt mit anderen Jusos zu kommen, organisierten wir am Samstag den 27. Februar unser erstes Neumitgliederseminar. Eingeladen waren alle, die Lust hatten etwas über den Verband, die Juso- Arbeit und unsere Ziele zu hören und darüber mit anderen Teilnehmer*innen als auch mit Philipp und mir zu diskutieren. Um Anreize für neue Arbeitsbereiche der Jusos Thüringen zu schaffen, arbeiteten wir später in Gruppen zu den Themen Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit. Zum Abschluss des Seminars gab es noch die Möglichkeit an einer Gesprächsrunde mit der Landtagsabgeordneten Diana Lehmann teilzunehmen.

In diesem Jahr waren die Jusos Teil des Thüringer Frauen*kampftagsbündnis. Unser Beitrag war eine Auseinandersetzung mit der populären Serienreihe – Game of Thrones. Wir wollten die Serie einer feministischen Analyse unterziehen und einfach fragen: „Ist Game of Thrones feministisch?“. In einer intensiven dreistündigen Diskussion haben wir viele Aspekte beleuchtet, sexualisierte Gewalt, Rollenbilder und Machtpositionen von Frauen* in der Serie – ein Ergebnis kann nur jede*r für sich beantworten. Für viele in der Veranstaltung ist dies keine Serie, die einen feministischen Anspruch hat, so wie es oft im medialen Kontext behauptet wird.

Am 19. Und 20. März waren über 25 Jusos aus ganz Thüringen zum ersten Verbandswochenende in diesem Jahr in Nordhausen zusammengekommen. In drei Workshops beschäftigten wir uns intensiv mit Nationalismus, Digitalisierung der Arbeitswelt und unserem Verhältnis zum Marxismus.  Ein Highlight des Wochenendes war die gemeinsame Verbandsdebatte mit Wolfgang Tiefensee. In der Diskussion kam ein breites Themenspektrum zur Sprache: von der Unterbringung Geflüchteter in Thüringen über die weltweite Bekämpfung von Fluchtursachen bis hin zu einer globalen Umverteilung, von TTIP bis zur Riesterrente, von der Situation kleiner und mittelständischer Unternehmer*innen in Thüringen bis zur historischen Verortung der SPD in der Arbeiter*innenbewegung.

Ich habe mich sehr über die angeregten Diskussionen und die vielen Ergebnisse gefreut. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle Teilnehmer*innen!

… und wie es weiter geht

Im April startet das Jusokino in Erfurt: An jeweils einem Abend im Monat schauen wir uns gemeinsam Filme unter politischer Perspektive an und wollen darüber mit euch ins Gespräch kommen. Den Anfang macht Louisa am 8. April mit „Hitler – Der Aufstieg des Bösen“. Im Mai wird euch Konrad am Beispiel „X-Men“ über Rassismus und Diskriminierung diskutieren. Auch der Juni ist natürlich schon geplant. Dort wird es dann um genetische Optimierungen und Big Data gehen („Gattaca“).

Daneben möchte ich noch einmal gesondert auf unsere Weiterbildungsangebote hinwiesen. Gleich nächste Woche habt ihr in gleich zwei Workshops die Möglichkeit, euch einerseits über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu informieren und zum anderen lernt ihr im Demoworkshop, worauf es beim Demonstrieren ankommt, wie ihr bei euch eine Demo anmeldet und könnt alles fragen was euch interessiert. Besonders freue mich über das Rhetorik-Empowerment der FES für politisch aktive Frauen*. Ihr erhaltet dort viele nützliche Tipps, wie ihr euren eigenen Rhetorikstil weiter entwickeln könnt und macht euch unabhängig vom langweiligen Spiel dominanter Männerrunden.

Aus unserem Blog

Eine ganz große Nullnummer – Wir als Jusos fordern schon lange die Abschaffung der wenig bringenden schwarzen Null. Unter Haushaltsdisziplin verstehen wir mehr Weitsicht und ein durchdachtes soziales Konzept. (Mehr dazu: http://www.jusosthueringen.de/eine-ganz-grosse-nullnummer).

„Pick up-Artist“ Daryush Valizadeh entschieden entgegentreten – Die Vergewaltigungsbefürworter-Bewegung sind weitere Wellen eines anti-feministischen Backlashes, eines faschistoiden Weltbildes, das Frauen* das Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung abspricht. (Mehr dazu: http://www.jusosthueringen.de/pick-up-artist-daryush-valizadeh-entschieden-entgegentreten)

Solidarität ohne Grenzen – Gastbeitrag von Diana Lehmann, MdL: „Das CDU, CSU und SPD im Bund sich jetzt dafür ausgesprochen haben, den Familiennachzug für die kommenden zwei Jahre auszusetzen, führt die Debatte insgesamt ad absurdum. Unter den neuen Regelungen werden genau die leiden, von denen in der politischen und gesellschaftlichen Debatte bislang behauptet wurde, sie stünden unter besonderem Schutz.“ (Mehr dazu: http://www.jusosthueringen.de/solidaritaet-ohne-grenzen-wir-brauchen-eine-menschenrechtsorientierte-fluechtlingspolitik)

Termine

8. April         JUSOKINO “Hitler – Aufstieg des Bösen”

16. April       Workshop Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

17. April       Workshop rund um Demonstrationen: Tipps für das Anmelden und Durchführen

von Kundgebungen und Demonstrationen (Vorbereitung 1. Mai)

22. April       Aktionskonferenz „Aufstehen gegen Rassismus“ u.a. des Juso-Bundesverbandes

in Frankfurt am Main

1. Mai.         Zentrale Maikundgebung und Anti-Nazi-Proteste in Erfurt

13. Mai        JUSOKINO „X-Men“

21.-22. Mai  Verbandswochenende II

28. Mai        Rhetorik für Frauen – ein Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung

10. Juni       JUSOKINO „Gattaca“

17.-19. Juni  Basiskongress des Juso-Bundesverbandes